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Presseberichten
Rheinische Post
24. Februar 2015
InCantata überzeugte in der Arnold-Janssen-Kirche
Von Barbara Mühlenhoff

Einen grandiosen Einstand feierte das neu gegründete Ensemble InCantata in der Arnold-Janssen-Kirche Goch im Rahmen der ökumenischen Konzertreihe. Über 180 Zuhörer waren erschienen, um romantische Kirchenmusik von Frauenstimmen und Orgel zu erleben. Acht Sängerinnen (eine fehlte leider wegen Erkrankung) interpretierten Motetten für Frauenstimmen und Orgel von Mendelssohn Bartholdy, die Missa in f-Moll von Hans Kössler sowie Stücke aus Mendelssohns „Elias“.

Den festlichen Beginn lieferte Kantor Wolfgang Nowak an der Seifert-Orgel mit Mendelssohn Bartholdys Allegro con brio aus der Sonate B-Dur op. 65 Nr. 4. Danach erschienen die Damen klassisch in schwarz gekleidet vor der Orgel und stimmten „Veni domine“ (Coro und Terzetto) sowie „Laudate pueri“ an. Sehr präsent und direkt auf den Punkt erfüllten die klaren Frauenstimmen den Kirchenraum. Ohne Dirigent gaben kleine Gesten zwischen den Sängerinnen dem Chorgesang Form. Meist war es Karin Schulte, Sopranistin und Initiatorin des Ensembles, die mit kleinem Fingerzeig die Schlusstöne auf den Punkt brachte.

Glasklare Einsätze, sowohl a-cappella als auch mit der Orgel, belegten das hohe Niveau von InCantata. Dass hier geübte und versierte Sängerinnen am Werk waren, zeigten ausgefeilte Dynamik, Interpretation und das selbstverständlich funktionierende Miteinander. So auch in der Missa von Kössler nach dem Zwischenspiel von Nowak an der Orgel mit dem Allegretto aus der Mendelssohn-Sonate. Die sparsame Orchestrierung von Kösslers Werk mit dem verlässlichen Begleiter Nowak an der Orgel wurde durch die reiche und raffinierte Harmonik unterstützt, die InCantata warm und licht zum Klingen brachte.

Jede Sängerin stand dort am rechten Platz: Der erste Sopran präsentierte sich sehr stark und charaktergebend mit Karin Schulte und Birgit Welsing, der zweite Sopran weich, klar und formgebend mit Franziska Dieckmann, Kerstin Jansen-Verhoeven sowie Christiane Mühlenhoff-Simon und das stimmliche Fundament im Alt bauten sauber und mit wunderschöner Klangfarbe Britta Willikonsky, Gisela Peters und Regina Henke. Einige der Sängerinnen sind im Kreis auch als Solistinnen bekannt und glänzten auch hier, z.B. Welsing im „Et incarnatus est“ sowie Willikonsky, Dieckmann und Schulte im „Agnus Dei“ der Messe, in dem sie solistisch mit dem Ensemble ineinandergriffen.

Nach dem Orgelvorspiel „O Mensch bewein dein Sünde groß“ BWV 622 sangen die Choristinnen „Hebe deine Augen auf“ aus dem „Elias“, was zu vereinzelt wohligem Seufzen im Publikum führte, wie schlichtweg schön das sei. Stehende Ovationen forderten eine Zugabe, der InCantata mit dem wiederholten Vortrag von „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ gerne folgten.

Bleibt zu hoffen, dass die Damen umsetzen, was die Zuhörer nach dem Konzert wünschten: dass sie ihr Projekt fortführen und auch in Zukunft schöne Konzertstunden bescheren mögen.