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Presseberichten
Bedburg-Hau
23. August 2015
Vokalensemble InCantata sorgt für beeindruckendes Klangerlebnis
Von Angela Rosenthal

Mit gespannter Vorfreude kamen die Zuhörer zahlreich zum Konzert des Frauen-Vokalensembles InCantata in die Pfarrkirche St. Markus nach Bedburg-Hau. Es war das zweite Konzert des 2014 gegründeten Chores – sein Debüt Anfang des Jahres in Goch wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen in der Hoffnung, es möge nicht bei dem ersten Projekt bleiben.

Nun also ein für einen sonnigen Sommersonntag anspruchsvolles geistliches Konzert unter dem Titel „Eure Herzen hebt empor“, in dem das Ensemble dem Publikum echte Preziosen der Chorliteratur präsentierte. So erklangen „Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret“ sowie das „Abendgebet“ von Joseph Haydn, die „Missa Sancti Aloysii“ dessen jüngeren Bruders Michael, das festliche „Eure Herzen hebt empor“ aus dem Oratorium Judas Maccabäus von G.F. Händel sowie Werke von J.S. Bach.

Die spezielle Raumsituation in der Kirche St. Markus erforderte eine Aufstellung der neun Sängerinnen hinter dem Altar und demnach von den Zuhörern die Bereitschaft, sich allein auf die Musik einzulassen, ohne die Möglichkeit einer visuellen Unterstützung beim musikalischen Verständnis der Stücke. Und genau hier liegen die Stärken dieses noch jungen Ensembles, das ohne Chorleiter und nur mit unauffälligen, kleinen Gesten untereinander auskommt: Präzise Einsätze, transparente Stimmführung, klare Phrasierungen und perfekte Intonation bescherten dem Publikum auch „blind“ höchsten Hörgenuss und ermöglichten auch den Zuhörern auf der Empore ein beeindruckendes Klangerlebnis. Hier brachten erfahrene Sängerinnen aus Freude am gemeinsamen Musizieren und dem Gesamtklang dienend ihre Stimmen optimal zum Einsatz.

In den teils atem-beraubenden Koloraturen im Hauptwerk des Abends, der „Missa Sancti Aloysii“ von Johann Michael Haydn, meisterten Karin Schulte, Sylvie Hammer und Birgit Welsing im Sopran, Franziska Dieckmann im Mezzosopran sowie Britta Willikonsky im Alt ihre Solo-Partien mit Bravour, unterstützt durch die Sopranistinnen Kerstin Jansen-Verhoeven und Christiane Mühlenhoff-Simon sowie die Altistinnen Gisela Peters und Regina Henke.

Virtuos, aber unaufdringlich ersetzten die beiden Violinistinnen Johanna und Katharina Schulte zusammen mit der zurückhaltend und dennoch klar registrierten Orgelbegleitung durch Thomas Janßen ein ganzes Kammerorchester. Mit dem spannungs-geladenen Largo aus der Triosonate BWV 529 sowie der durchsichtig angelegten Fuge BWV 552 von J.S. Bach setzte Thomas Janßen kontemplative Akzente. In der Zugabe „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ konnte InCantata durch die Besetzung mit Frauenstimmen dem Publikum noch eine neue Klangversion dieses weithin bekannten Chorals von J.S. Bach vermitteln.

Zuhörer auf der rechten Rheinseite hatten eine Woche später in der Christuskirche in Emmerich Gelegenheit, InCantata kennen- und vielleicht auch liebenzulernen.